Vorschau Mr. Olympia 2026 Open Bodybuilding

Auch beim Mr. Olympia 2026 wird die Titelvergabe im Open Bodybuilding die letzte Entscheidung des Abends darstellen. Obwohl Hadi Choopan in diesem Jahr nicht teilnehmen wird, sind die Kandidaten auf einen möglichen Titelgewinn dennoch recht zahlreich. Doch auch der Kampf um die Top 10 hat angesichts einiger Rückkehrer sowie Newcomer das Potenzial für einige Überraschungen. Genügend Gründe für einen Ausblick auf das Open Bodybuilding beim Mr. Olympia 2026.

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Über 20 Starter im Open Bodybuilding

Von den knapp 350 Profis, die am Mr. Olympia 2026 teilnehmen werden, sind über 20 Athleten im Open Bodybuilding gemeldet. Das diesjährige Line-up zählt damit zu den größeren, auch wenn der Rekord von 2022 bei Weitem nicht geschlagen wurde. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass nicht jeder Athlet eine Platzierung erhalten wird.

Wie schon in der Vergangenheit werden auf der Scorecard lediglich die Top 15 gerankt, wohingegen alle anderen Athleten sich den geteilten 16. Platz teilen müssen. Während Fans sicherlich vor allem den Kampf um den Titel mit Spannung verfolgen, hat das Knacken der Top 15 für den einzelnen Athleten hingegen oftmals durchaus eine größere Bedeutung.

Vier Schwergewichtsprofis werden in diesem Jahr erstmals beim Olympia auf der Bühne stehen. Und mit Sasan Heirati und Damian Kuffel starten zwei weitere Athleten, die bislang noch keine Top-15-Platzierung beim wichtigsten Wettkampf im Bodybuilding erreichen konnten. Genügend Gründe, das gesamte Line-up des Olympia 2026 genauer zu betrachten.

Derek Lunsford kein unschlagbarer Champion

Derek Lunsford hat in den vergangenen Jahren Historisches geleistet. Mit seinem ersten Titelgewinn 2023 war er der erste Profi, der den Olympia-Titel in zwei Kategorien gewinnen konnte, nachdem er 2021 bereits in der 212 gewonnen hatte. Nach dem Titelverlust 2024 holte sich der US-Amerikaner im vergangenen Jahr erneut den Sieg und kehrte damit als zuvor geschlagener Champ auf den Thron zurück.

Eine Sache, die zuvor nur Jay Cutler gelungen war. Der vierfache Olympia-Sieger gewann 2006 und 2007 den Olympia, bevor er 2008 vom Vorjahresdritten Dexter Jackson geschlagen wurde. Ein Jahr später holte sich Jay Cutler den Titel zurück und konnte diesen 2010 nach dem Rückgewinn erneut verteidigen. Genau das ist auch das Ziel von Derek Lunsford, der jedoch keinesfalls ein unschlagbarer Champion ist.

Während der Rücken des früheren 212er-Athleten zu den besten des Profi-Bodybuildings gehört und auch der Bauch in der Regel gut unter Kontrolle ist, wird der 33-Jährige insbesondere für seine Arme kritisiert. Diese weisen nur wenig erkennbare Definition auf der Bühne auf, was für einige Fans ein Ausschlusskriterium beim Kampf um den Sieg ist. Die Judges werteten dies in den vergangenen Jahren jedoch anders und es steht außer Frage, dass Derek Lunsford auch beim Olympia 2026 im First Callout stehen wird.

Titelkandidaten für den Mr. Olympia 2026

Unter normalen Umständen ist damit bereits der erste Platz in der Top 5 gesetzt. Gleichzeitig ist die Leistungsdichte im Schwergewichtsbodybuilding derzeit so hoch, dass mehrere Athleten sich berechtigte Hoffnungen auf den Titelgewinn machen können. Allen voran ist sicherlich Samson Dauda zu nennen.

Der Olympia-Sieger von 2024 musste im vergangenen Jahr eine herbe sportliche Niederlage hinnehmen. Nachdem ihm immer wieder vorgeworfen wurde, nicht die letzte Härte auf die Bühne zu bringen, versuchte der Brite, genau dieser Kritik gerecht zu werden, und verlor dabei seine prägnante Fülle. Der damals noch amtierende Olympia-Champ wurde sogar aus der Top 3 verdrängt, will in diesem Jahr aber mit bewährter Strategie den Titel zurückgewinnen und gab in Offenbach bereits einen Vorgeschmack darauf.

So will Samson Dauda Olympia-Titel 2026 zurückerlangen

Damit ihm dies gelingt, muss er unter anderem den letztjährigen Olympia-Dritten und amtierenden Arnold-Champ Andrew Jacked schlagen. Dem hoch veranlagten Athleten wurde lange Zeit vorgeworfen, auf der Bühne nicht sein volles Potenzial abzurufen, was im vergangenen Jahr in Las Vegas eine Wendung nahm. Der Anfang-40-Jährige hatte erkennbaren Spaß auf der Olympia-Bühne und knackte erstmals die Top 3. Mit dem Sieg in Ohio untermauerte Andrew Jacked seine Titelambitionen beim Olympia, wobei insbesondere die letzten Prozente bei der Härte für ihn zur Herausforderung werden könnten.

Mit dem Wegfall von Hadi Choopan könnte man meinen, dass die Top 3 für den Olympia 2026 damit gesetzt seien, doch mindestens ein Athlet will hier mehr als nur ein Wort mitzureden haben. Nick Walker galt einige Zeit als potenzieller Olympia-Kandidat, doch gesundheitliche Probleme verhinderten zwei Olympia-Teilnahmen. Im vergangenen Jahr kehrte der Olympia-Dritte von 2022 zum wichtigsten Wettkampf im Bodybuilding zurück, verpasste jedoch die Top 5. Es folgte die Trennung vom Coach, ein knapper zweiter Platz bei der Arnold Classic und die erfolgreiche Quali in Tampa, bei der Nick Walker eine Kampfansage in Richtung Olympia 2026 verkündete.

Der Kampf um die Top 5

Der Kampf an der Spitze wird sich voraussichtlich jedoch nicht nur auf die vier genannten Athleten beschränken. Insbesondere der First Callout und der Kampf um die Top 5 werden ein Fingerzeig sein, wer zukünftig möglicherweise ebenfalls ein Titelkandidat sein könnte.

An erster Stelle ist auch in diesem Jahr Martin Fitzwater zu nennen. Im Vorjahr wurde der hochveranlagte Athlet Fünfter beim Olympia und konnte im Anschluss sogar Samson Dauda auf der Prag Pro 2025 schlagen. Mit entsprechenden Erwartungen trat der US-Amerikaner bei der Arnold Classic 2026 an, auf der er sich jedoch nicht wie erhofft behaupten konnte. Es folgte ein kleiner Disput mit Nick Walker, den beide nun auf der Olympia-Bühne sportlich austragen können.

Martin Fitzwater zählt zu den komplettesten Open-Athleten beim Olympia 2026
Martin Fitzwater zählt zu den komplettesten Open-Athleten beim Olympia 2026 – Bild: Instagram

Mehr als ein Wörtchen will sicherlich Behrooz Tabani mitreden. Im vergangenen Jahr erhielt der Iraner erstmals sein Visum für den Olympia und konnte nach langem Warten kurzfristig doch antreten. Der Stress der Tage zuvor verhinderte jedoch eine optimale Vorbereitung, sodass der Open Bodybuilder nicht in Bestform in Las Vegas antrat. In diesem Jahr war die Einreise in die USA deutlich früher gesichert, sodass Fans hoffen, Behrooz Tabani in Bestform mindestens um die Top 5 kämpfen zu sehen.

Doch der First Callout ist damit keinesfalls bereits klar. Brandon Curry zählt inzwischen zu den Veteranen im Schwergewichtsbodybuilding, bewies mit seinem Auftritt auf der Arnold Classic 2026 allerdings erneut, dass man ihn längst nicht abschreiben darf. Keiner der restlichen Olympia-Teilnehmer konnte ihn zuletzt sportlich schlagen, sodass der frühere Olympia-Sieger auch in diesem Jahr den Blick aufs Ranking eher nach oben als nach unten richten wird.

Wer wird Top-10-Athlet beim Olympia 2026?

Damit wären bereits sieben Athleten genannt, die um die vorderen Plätze kämpfen wollen, doch der Kreis an möglichen Kandidaten ist damit keinesfalls erschöpft. Jeder Olympia hatte bislang seine Überraschungen zu bieten und je nachdem, wie die Athleten die Form treffen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es noch zu der ein oder anderen Verschiebung kommen wird.

Ein Athlet, der dann bereitstehen wird, ist Tonio Burton. Der frühere 212-Athlet ist längst im Open Bodybuilding angekommen und konnte in dieser Qualifikationsperiode gleich drei Wettkämpfe gewinnen. Dennoch dürfte das Erreichen des First Callouts in diesem Jahr noch nicht in greifbarer Nähe sein. Grund hierfür ist auch die einzige sportliche Niederlage, die Tonio Burton in diesem Jahr hinnehmen musste.

Nachdem er die New York Pro noch für sich entscheiden konnte, wurde er kurz darauf auf der Pittsburgh Pro von Michal Krizo geschlagen, der in New York noch auf den zweiten Rang verwiesen wurde. Der Slowake kehrt in diesem Jahr nach einer verletzungsbedingten Pause zum Olympia zurück und dürfte trotz bestehender Schwächen ein sicherer Kandidat für die Top 10 sein.

Michal Krizo und Tonio Burton auf der New York Pro 2026
Michal Krizo und Tonio Burton auf der New York Pro 2026 – Bild: YouTube

Enger könnte es für William Bonac werden. Der 44-Jährige behauptet sich seit Jahren auf internationalen Wettkämpfen und landete im letzten Jahr noch auf dem neunten Platz beim Olympia. Es folgten zwei Siege im Jahr 2026, jedoch auch eine Niederlage beim dritten Wettkampf in diesem Jahr.

Edward Kargbo schlug den Bodybuilding-Veteranen und wird in diesem Jahr sein Olympia-Debüt geben. Der in Sierra Leone geborene IFBB Pro hat seinen Lebensmittelpunkt in Dubai und sorgte 2024 bereits für Aufsehen, als er auf der Dubai Pro die Top 5 knacken konnte. Gut möglich, dass der massive Open Bodybuilder beim Olympia 2026 auf Anhieb die Top 10 knacken kann.

William Bonac vs. Edward Kargbo in der Mitte auf der Flex Pro Italien 2026 – Bild: Instagram

Gleiches erwarten viele Fans von Sergey Danilov bei seinem ersten Olympia. Der Russe verschrieb sich seit seinem 18. Lebensjahr dem Bodybuilding und schlug 2018 bei der russischen Juniorenmeisterschaft den inzwischen für Brasilien startenden Good Vito. Sechs Jahre später holte er sich schließlich die Pro Card und wurde bei seinem Debüt im Juni 2025 noch Fünfter. Wenig später holte er sich als einer der ersten Athleten die Quali für den diesjährigen Wettkampf in Las Vegas und legte seitdem erneut einiges an Masse zu.

Der Kampf um eine Platzierung wird ebenfalls eng

Doch auch außerhalb der Top 10 werden die Athleten sich nichts schenken. Allein die bereits genannten Profis werden es nicht alle so weit nach vorne schaffen und möglicherweise rückt der ein oder andere Teilnehmer sogar noch weiter nach vorn. Allen voran wäre Regan Grimes hierfür ein Kandidat. Der Kanadier holte sich auf den letzten Drücker die Olympia-Quali für 2026 und gewann im Anschluss auch das erste Ticket für 2027. Eine Top-10-Platzierung beim Olympia wäre nicht die erste für den IFBB Pro, aber in diesem Jahr auch keinesfalls einfach.

Unter anderem liegt dies schlichtweg daran, dass in Atlanta der Brite James Hollingshead den Kanadier bereits schlagen konnte. Auch wenn sich auf der Italy Pro das Blatt gewendet hatte, kann es beim Wettkampf in Las Vegas durchaus wieder das bessere Ende für den europäischen Konkurrenten nehmen. Doch Regan Grimes ist nicht der einzige Athlet, gegen den James Hollingshead Revanche nehmen könnte.

Sasan Heirati (links), Regan Grimes (mitte links), James Holingshead (mitte rechts), Andrea Presti und Daniel Kuffel werden allesamt beim Olympia 2026 wieder aufeinander treffen
Sasan Heirati (links), Regan Grimes (mitte links), James Holingshead (mitte rechts), Andrea Presti und Daniel Kuffel werden allesamt beim Olympia 2026 wieder aufeinander treffen – Bild: Instagram

Jordan Hutchinson holte sich in diesem Jahr auf europäischem Boden die Olympia-Quali und schlug dafür James Hollingshead. Nach dem 12. Platz bei seinem Olympia-Debüt im Vorjahr will der US-Amerikaner fraglos weiter nach vorn, doch ob es ein Vorbeikommen an der genannten Konkurrenz geben wird, bleibt abzuwarten.

Gleiches gilt für Quinton Eriya. Zweimal wurde der Kanadier im letzten Jahr von Urs Kalecinski geschlagen und schaffte in diesem Jahr beim heimischen Wettkampf in Toronto seine erste Olympia-Quali. Da das Line-up nicht wirklich stark besetzt war, ist es schwer einzuschätzen, wie gut der Olympia-Debütant sich schlagen wird. Eine Platzierung in der Top 15 wäre jedoch bereits ein Erfolg.

Auch Sasan Heirati dürfte bei seiner zweiten Olympia-Teilnahme dieses Ziel haben. Obwohl der Brite gleich zwei Wettkämpfe in diesem Jahr gewinnen konnte, zeigt insbesondere der siebte Platz auf der Italy Pro, dass das Wettkampfjahr für den Schwergewichtsprofi lang war und eine Platzierung beim Olympia eine Herausforderung bleibt.

Kein qualifizierter Athlet sollte abgeschrieben werden

Auch wenn man keinen qualifizierten Athleten abschreiben sollte und die verbliebenen fünf Namen sicherlich auch das ein oder andere Argument auf der Bühne in die Waagschale werfen können, bleibt abzuwarten, wie diese sich beim Olympia schlagen. Am schwersten dürften dabei die tatsächlichen Chancen von Patrick Moore einzuschätzen sein.

Open Bodybuilder Patrick Moore kehrt 2026 überraschend auf den Olympia zurück
Open Bodybuilder Patrick Moore kehrt 2026 überraschend auf den Olympia zurück – Bild: Instagram

Der US-Amerikaner präsentiert zwar den aktuell auch im Open Bodybuilding gewünschten Look mit schmaler Taille, ist aber deutlich weniger massiv als seine Konkurrenz. Vor fünf Jahren stand Patrick Moore das letzte Mal beim Olympia und allein die Rückkehr ist eine kleine Sensation, die durch einen unerwarteten Sieg gegen Regan Grimes gelang. Dass diese Reihenfolge sich in Las Vegas wiederholt, ist aber eher unwahrscheinlich.

Ebenso unwahrscheinlich wird eine vordere Platzierung für Mohamed Foda, Damian Kuffel, Andrea Presti und Leandro Sencini Peres sein. Gut möglich, dass der eine oder andere Name am Ende zumindest in der Top 15 abgebildet sein wird, doch für die vorderen Callouts wird es für diese Athleten nicht reichen.

Open Bodybuilding an zwei Tagen beim Mr. Olympia 2026

Wie schon in den Vorjahren werden Vorwahl und Finale im Open Bodybuilding an zwei Tagen ausgetragen. Am Samstag, 26.09.2026, ab 3 Uhr deutscher Zeit sind die Schwergewichtsprofis zum Pre-Judging zu erwarten. Die Ergebnisse werden am Folgetag um 4 Uhr deutscher Zeit verkündet. Die genauen Abläufe sind dem Wettkampfplan zum Mr. Olympia 2026 zu entnehmen.

Titelbild: Instagram

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