Der Mr. Olympia 2026 rückt immer näher, und es bestehen nur noch wenige Möglichkeiten, sich eines der begehrten Tickets zu sichern. Anders als in der Classic Physique genügt im Open Bodybuilding ein einziger Sieg, um nach Las Vegas fahren zu dürfen. Doch was wäre, wenn das Regelwerk der Classic Physique auch für die offene Klasse gelten würde? Wenige Wochen vor dem Mr. Olympia 2026 wäre derzeit ein Deutscher mit dabei.
Diese Spitzenathleten fehlen zwölf Wochen vor dem Mr. O noch
Bereits jetzt kann mit Sicherheit gesagt werden, dass nicht alle Athleten des Mr. Olympia 2025 auch in diesem Jahr erneut an den Start gehen werden. Der für Brasilien startende Vitalii Ugolnikov konnte bei seinem Debüt auf Anhieb die Top 10 knacken, versuchte jedoch aufgrund gesundheitlicher Probleme in diesem Jahr gar nicht erst, sich erneut zu qualifizieren.
Anders sieht es dagegen bei Behrooz Tabani aus, der im Vorjahr noch auf Platz 11 landete. Der Iraner erhielt erst nach den europäischen Wettkämpfen der vergangenen Wochen das lang ersehnte Visum, sodass er keine Gelegenheit hatte, sich für den Olympia zu qualifizieren. Auch wenn er sein sportliches Vorhaben noch nicht aufgegeben hat, soll gemäß einzelnen Meldungen die Frist für ein mögliches US-Visum inzwischen zu kurz sein, als dass er dieses im Falle einer noch möglichen Qualifikation rechtzeitig beantragen könnte.
Ebenfalls nicht dabei sein werden Urs Kalecinski und Rubiel Mosquera, die beide aus unterschiedlichen gesundheitlichen Gründen auf einen Start in dieser Qualifikationsperiode verzichtet haben.
Nick Walker – und wer noch?
Doch die Liste der noch nicht qualifizierten Olympioniken ist damit keinesfalls abgeschlossen. Neben Regan Grimes (Platz 14), Chenglong Shen (Platz 16), Dorian Haywood (Platz 16), Akim Williams (Platz 16) und Brett Wilkin (Platz 16) ist Nick Walker zweifelsfrei der prominenteste IFBB Pro, der noch kein Olympia-Ticket hat. Der US-Amerikaner verpasste bei der Arnold Classic 2026 knapp den Sieg und verzichtete im Anschluss zur Verwunderung vieler Fans auf eine vermeintlich leichte Qualifikation bei der Detroit Pro oder einem anderen Wettkampf.
Diese will sich Nick Walker bei der anstehenden Tampa Pro 2026 holen, bei der auch Tim Budesheim seine Wettkampfsaison fortsetzen wird. Nach derzeitigem Stand dürften zudem Charles Griffin und Jo Palacios an den Start gehen. Es ist unwahrscheinlich, dass einer der genannten Athleten Nick Walker schlagen wird. Vermutlich werden sie jedoch auch am Kampf um die Olympia-Tickets in Atlanta und Texas teilnehmen.
Beim letztgenannten Wettkampf wird wiederum Regan Grimes antreten. Nachdem er die erneute schnelle Qualifikation in Mexiko gegen Tonio Burton verpasst hatte, startete er zunächst in eine Offseason und kündigte seinen Start in Texas bereits an.
In China will Behrooz Tabani hingegen sein Glück versuchen. Sollte er auch dort kein Visum erhalten, wäre James Hollingshead nach seinem gelungenen Comeback in Portugal ein Kandidat für die Olympia-Qualifikation. Das letzte Olympia-Ticket wird anschließend in Österreich vergeben, wo in jedem Fall eine Reihe deutscher Athleten ihren Start plant.
Was wäre, wenn das Qualifikationssystem der Classic Physique gelten würde?
Derzeit sind 20 Open-Bodybuilder für den Mr. Olympia 2026 qualifiziert, und maximal fünf weitere Namen werden der Liste hinzugefügt. Doch was wäre, wenn für das Schwergewichtsbodybuilding dieselben Regeln wie in der Classic Physique gelten würden? Dort müssen Athleten seit diesem Jahr zwei Wettkämpfe gewinnen.
Ein einzelner Sieg genügt nur noch bei der Arnold Classic in Ohio, der Pittsburgh Pro, der New York Pro, dem Romania Muscle Fest sowie der in diesem Jahr nach dem Olympia ausgetragenen Dubai Pro.
Für alle anderen Siege gibt es Punkte. Ebenso erhalten alle Top-5-Athleten bei den einzelnen Wettkämpfen Punkte gutgeschrieben, die in einem gemeinsamen Ranking zusammengerechnet werden. Die Top 25 darf ebenfalls beim Olympia antreten.
Im aktuellen Qualifikationszeitraum gibt es 53 Open-Bodybuilder, die mindestens einmal eine Top-5-Platzierung erreicht hätten. Aus Deutschland dürfte dennoch nur ein Athlet nach derzeitigem Stand zum Olympia fahren.
Die außerhalb des Rankings Qualifizierten
Insgesamt neun Athleten wären nach dem Regelwerk der Classic Physique derzeit bereits unabhängig vom Punktestand qualifiziert. Mit Brandon Curry, Hadi Choopan, Samson Dauda und Derek Lunsford sind vier von ihnen als amtierende oder ehemalige Olympia-Sieger erneut startberechtigt.
Daneben wären Sasan Heirati (zwei Siege), Tonio Burton (Sieg bei der New York Pro sowie drei Siege insgesamt), Michal Krizo (Sieg bei der Pittsburgh Pro sowie zwei Siege insgesamt), William Bonac (zwei Siege) und Andrew Jacked (Siege bei den Arnolds und in Rumänien sowie drei Siege insgesamt) in jedem Fall erneut mit dabei. Ergänzt würde das Feld durch die Athleten des Punkterankings.
Ein Deutscher wäre über das Punkteranking dabei
Dahinter eröffnet sich ein buntes Feld verschiedenster Athleten, die entweder nur einen Sieg davontrugen oder sich bei einem oder mehreren wichtigen Wettkämpfen gut platzierten.
Eng würde es insbesondere im Kampf um die Plätze 24 und 25 werden. Gleich sechs Athleten liegen hier mit vier Punkten gleichauf. Würde man nun das Kriterium ansetzen, dass die beste Saisonplatzierung entscheidet, würden drei Athleten mit jeweils einem zweiten Platz übrig bleiben.
Dies würde zu 26 Athleten im Punkteranking führen, wobei die IFBB hier vermutlich ein Auge zudrücken würde, da Shaun Clarida, der die Japan Pro gewann, in jedem Fall erneut in der 212 antreten wird. Mit Mohammad Nsour gäbe es damit einen deutschen Starter, der durch seinen zweiten Platz bei der FIBO Pro genügend Punkte im Ranking gesammelt hätte.
| Rang | Athlet | Punkte |
| 1 | Martin Fitzwater | 31 |
| 2 | Blessing Awodibu | 27 |
| 3 | Damian Kuffel | 21 |
| 3 | Joan Pradells Martinez | 21 |
| 5 | Edward Kargbo | 14 |
| 5 | Nick Walker | 14 |
| 5 | Quinton Eriya | 14 |
| 8 | Daniel Goss | 13 |
| 8 | Jordan Hutchinson | 13 |
| 8 | Shaun Clarida | 13 |
| 11 | Jan Turek | 11 |
| 11 | Rafael Brandao | 11 |
| 13 | Leandro Sencini Peres | 10 |
| 13 | Mohamed Foda | 10 |
| 13 | Patrick Moore | 10 |
| 13 | Sergey Danilov | 10 |
| 17 | Wellington Baptista | 9 |
| 18 | Eric Wood | 8 |
| 18 | Roberto Buonomo | 8 |
| 20 | Mazaher Tabaniabarghani | 7 |
| 21 | Marc Hector | 6 |
| 22 | James Hollingshead | 5 |
| 22 | Pablo Llopis Munoz | 5 |
| 24 | Florian Antoine Gilles Poirson | 4 |
| 24 | Mohammad Nsour | 4 |
| 24 | Regan Grimes | 4 |
Dies alles ist nur eine Gedankenspielerei. Gleichzeitig wäre es keinesfalls das größte Open-Line-Up aller Zeiten. Im Jahr 2022 waren 36 Open Bodybuilder für den Mr. Olympia qualifiziert.
Letztlich würde ein solches System Mehrfachstarts für die Athleten jedoch wieder attraktiver machen, wie es bereits vor einigen Jahren der Fall war, und die Platzierungen bei den Open-Wettkämpfen deutlich aufwerten – unabhängig davon, ob letztlich die Top 25 oder auch nur die Top 10 zusätzlich für den Olympia startberechtigt wären.
Titelbild: Instagram


















