Arnold Classic 2026: Die Ergebnisse der Scorecards

Alle Ergebnisse der Arnold Classic 2026 mit Scorecards

Die Arnold Classic 2026 bot einige überraschende Wendungen, mit denen im Vorfeld wohl kaum jemand gerechnet hätte. Neben der überraschenden Disqualifikation von Mike Sommerfeld sorgte insbesondere die Leistungsdichte im Open Bodybuilding für Spannung. Am Ende sollte es in allen Kategorien einen neuen Sieger bei der Arnold Classic 2026 geben, wobei die Scorecards zeigen, dass einige Ergebnisse recht knapp ausfielen.

Andrew Jacked gewinnt nicht eindeutig das Open Bodybuilding

Das Open Bodybuilding war insbesondere, was das Teilnehmerfeld betrifft, das große Highlight der diesjährigen Arnold Classic. Mit Hadi Choopan, Andrew Jacked, Martin Fitzwater und Nick Walker waren gleich vier Athleten am Start, denen im Vorfeld realistische Titelchancen eingeräumt wurden. Brandon Curry ist zudem ein früherer Arnolds-Sieger und Olympia-Champ, der nicht zuletzt mit dem vierten Platz im letzten Jahr bewies, weiterhin ganz oben mitzuspielen.

Einen Vergleich mit den Top-Athleten bekam der Sieger von 2022 jedoch nicht. Die Judges holten in der Vorwahl die vier Favoriten gemeinsam auf die Bühne und ließen jeden Athleten mindestens einmal in die Mitte. Auffällig war dabei, dass Hadi Choopan, der nicht in Bestform war, die längste Zeit in dieser Position verbrachte. Wie die Scorecard jedoch letztlich zeigt, spiegelte dies keinesfalls den Verlauf des Wettkampfs wider.

Die Scorecard zeigt knappe Ergebnisse im Open Bodybuilding auf der Arnold Classic 2026 – Bild: IFBBPro.com

Die Judges hatten demnach Andrew Jacked bereits in der Vorwahl auf dem ersten Rang, wobei der Abstand zum Zweitplatzierten Nick Walker im Finale schmolz. Dabei ergibt sich ein ungewöhnliches Bild. Während die Punkte bei allen Athleten gleich bleiben, verlor der spätere Sieger im Finale einen Rang. Dies lässt sich durch Streichergebnisse erklären. Die Arnold Classic 2026 wurde von sieben Kampfrichtern gewertet, wobei die beste und schlechteste Platzierung gestrichen wird.

Wie sind die Ergebnisse der Arnold Classic 2026 zu erklären?

Im Open Bodybuilding bedeutet das, dass die Wertungen der Judges sehr stark auseinandergegangen sein müssen. Damit Andrew Jacked 7 Punkte im Finale sammelt, müssen mindestens drei Judges ihn nicht als Sieger gesehen haben. Das einfachste Szenario wäre, dass Andrew viermal auf 1 und dreimal auf 2 gesetzt wurde, wobei jeweils ein Ergebnis gestrichen wird (grün: bestes, rot: schlechtestes).

Wahrscheinlichste Wertung im Open Bodybuilding

Nick Walker könnte damit auf drei Zetteln auf dem ersten Platz gewesen sein, wovon ein Ergebnis (beste Platzierung) gestrichen wird. Damit es dann weiterhin 9 Punkte werden, müssten zwei Kampfrichter ihn schlechter als auf Platz 2 gesehen haben.

Weitere mögliche Wertung im Open Bodybuilding

Geht man dieses Beispiel weiter durch, wäre Hadi Choopan bei mindestens zwei Kampfrichtern nicht in den Top 3 gewesen und hätte entgegen der Eindrücke aus der Vorwahl nie die Chance auf den Titel gehabt. Noch komplexer würden die Rechenbeispiele werden, wenn Andrew von zwei Judges auf den dritten Rang gesetzt worden wäre.

Weitere mögliche Wertung im Open Bodybuilding

Wie die finalen Wertungszettel aussahen, wäre damit durchaus spannend, da noch weitere Szenarien denkbar wären. Fest steht, dass die Judges es sich nicht einfach machten.

Wesley Vissers erkämpft sich Titel zurück

In der Classic Physique war Wesley Vissers fraglos einer der Favoriten, doch einen Titelgewinn erwarteten die wenigsten Fans. Zu dominant war Mike Sommerfeld in der jüngsten Vergangenheit, sodass fast jeder von einem sicheren Sieg des Deutschen ausging. Dieser stand sich letztlich selbst im Weg. Nachdem eigentlich klar war, dass er als Olympia-Teilnehmer auf den Arnolds nicht neu vermessen werden würde, kündigte er dennoch mehr als einmal öffentlich an, erneut mit 212 Pfund antreten zu wollen.

Dieses Limit erfüllte er offenbar bei der Athletenregistrierung tatsächlich. Doch da die Größe des Olympias weiterhin galt, lag der Olympia-Zweite mit sechs bis sieben Pfund über seinem eigentlich erlaubten Gewicht. Dies führte bekanntermaßen dazu, dass Mike Sommerfeld sich seine bislang vielleicht größte Niederlage noch vor Beginn des Wettkampfs selbst zufügte.

Ergebnisse Arnold Classic 2026
Scorecard Classic Physique – Bild: IFBBPro.com

Der Fokus rückte damit auf Wesley Vissers, obwohl mit Matheus Menegate der Olympia-Siebte ebenfalls an den Start ging. Dennoch bevorzugten die Judges den Look des Niederländers, der damit seinen zweiten Arnold-Classic-Titel gewann. Er zog damit mit dem bisherigen alleinigen Rekordhalter Terrence Ruffin gleich.

Neue Titelträger in der Men’s Physique und der Wheelchair-Klasse

In den verbliebenen beiden Männerkategorien gab es ebenfalls neue Titelträger, wobei ähnlich wie in der Open-Klasse die Vorjahressieger nicht dabei waren. Für Aufruhr sorgte in diesem Zusammenhang Ali Bilal im vergangenen Jahr. Der Men’s-Physique-Athlet gewann die Arnold Classic 2025 und äußerte sich im Anschluss öffentlich enttäuscht über die Preisgelder in seiner Kategorie. Als Reaktion hierauf kündigte er an, nie wieder an den Arnolds teilnehmen zu wollen.

Diese Ankündigung hielt er ein, sodass der Platz für Brandon Hendrickson frei wurde. Der US-Amerikaner gewann 2020 und 2021 den Mr. Olympia. In Ohio war er hingegen 2016 bereits erfolgreich und gewann damit nach 10 Jahren seinen zweiten Arnolds Titel.

Scorecard Men’s Physique – Bild: IFBBPro.com

Dies gilt auch für James Berger, der im vergangenen Jahr den Mr. Olympia in der Wheelchair-Klasse gewinnen konnte. Der IFBB-Pro nahm bereits 2013 und 2014, bevor er auf den Rollstuhl angewiesen war, an Bodybuildingwettkämpfen teil und kämpfte sich in den vergangenen Monaten an die Weltspitze in der Wheelchair-Klasse.

Scorecard Wheelchair – Bild: IFBBPro.com

Mit dem Sieg in Ohio untermauerte er seinen Anspruch auf die Titelverteidigung beim diesjährigen Olympia.

Drei neue Champions in den Frauenklassen

Bereits am ersten Wettkampftag gab es die Entscheidungen in der Fitnesskategorie. Hier führen die Frauen nach der Vorwahl eine spektakuläre Kür aus, die zu zwei Dritteln das Gesamtergebnis ausmacht. Entsprechend verschoben sich auch bei der Arnold Classic 2026 die Rankings zwischen Vorwahl und Finale. Obwohl sie nur die drittbeste Kür präsentierte, holte die aktuelle Olympia-Siegerin Michelle Fredua-Mensah auch in Ohio den Titel, nachdem sie im Vorjahr noch Zweite geworden war.

Scorecard Figure auf der Arnold Classic 2026 zeigt erneut die Bedeutung der Kür für das Ergebnis – Bild: IFBBPro.com

In der Wellness-Klasse nahm hingegen die Top 2 des vergangenen Olympias nicht in Ohio teil, was Elisa Alcantara in eine gute Ausgangslage brachte. Doch der Olympia-Dritten gelang es nicht, den Titel auf den Arnolds zu gewinnen. Rayane Fogal kehrte nach drei Jahren zu den Arnolds zurück und zog an ihrer Konkurrentin vorbei, nachdem sie in Las Vegas noch hinter ihr platziert worden war.

Scorecard Wellness Arnold Classic 2026 – Bild: IFBBPro.com

Ähnlich verlief es auch in der Bikini-Klasse. Aimee Delgado wurde bei den vergangenen zwei Olympias noch Vierte und holte in diesem Jahr ihren ersten Arnolds-Titel. Enttäuschend verlief es hingegen für Ashlyn Little. Die US-Amerikanerin bestätigte zwar ihren dritten Rang vom Vorjahr. Nachdem sie allerdings in Las Vegas den Vize-Titel geholt hatte, hätte sie sich auf der Arnold Classic 2026 sicher ein besseres Ergebnis erhofft.

Scorecard Bikii Arnold Classic 2026 – Bild: IFBBPro.com
Titelbild: Instagram

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