Empro Classic 2026: Alle deutschen Starter und ihre Chancen

Die Chancen aller deutschen Starter auf der Empro Classic 2026

Die Empro Classic 2026 wird aus deutscher Sicht einer der bislang spektakulärsten Wettkämpfe in diesem Jahr. Über ein Dutzend Athleten stellen sich der internationalen Konkurrenz in den unterschiedlichsten Klassen und mit den unterschiedlichsten Zielen. Die folgende Übersicht wirft einen Blick auf die möglichen Siegchancen aller deutschen Athleten am dritten Juni-Wochenende.


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Mehr als die Top 3 in der Open möglich?

Nachdem deutsche Fans sich in den vergangenen Wochen wiederholt gedulden mussten und die meisten Wettkämpfe ohne deutsche Beteiligung in der Open ausgetragen wurden, wird die Empro Classic 2026 eines der ersten großen Highlights werden. Roman Fritz, der in Frankreich noch knapp die Top 5 verpasst hatte, wird in Spanien erneut an den Start gehen.

Der IFBB Pro berichtete, dass er im Vorfeld des letzten Wettkampfes mit Magenproblemen zu kämpfen gehabt hatte. Es ist ihm zu wünschen, dass der Wettkampf in Südeuropa besser verläuft.

Justin Musiol gibt Saisondebüt mit neuem Coach

Dort wird er es mit mehreren deutschen Athleten zu tun bekommen, wobei insbesondere Justin Musiol und Emir Omeragic Kandidaten für den First Callout sind. Für Justin Musiol wird es bereits die dritte Teilnahme sein. Nachdem er im Mai 2024 in Spanien die Pro Card geholt hatte, gab der deutsche IFBB Pro auf der Empro Pro 2024 einen Monat später sein Profidebüt. Im Folgejahr kehrte er nach Spanien zurück und holte mit Platz 3 seine bislang beste Wettkampfplatzierung.

Nachdem es in den vergangenen Monaten turbulent verlief, inklusive Coachwechsel und Bauchnabel-OP, wird Justin Musiol in diesem Jahr die Wettkampfsaison in Spanien nicht beenden, sondern starten. Bereits im Vorfeld kündigte er an, dass eine Vielzahl an Wettkämpfen geplant sei, wobei das oberste Ziel ebenso feststeht. Der 27-Jährige, der vor Kurzem erst geheiratet hat, will einen Wettkampf gewinnen, um 2026 oder spätestens 2027 erstmals beim Olympia auf der Bühne zu stehen.

Emir Omeragic wollte eigentlich in diesem Jahr nicht starten

Das zumindest war die Aussage, die der ambitionierte Open-Bodybuilder wenige Tage vor dem Wettkampf in Spanien in einem seiner Videos von sich gab. Ähnlich wie bei seinem deutschen Konkurrenten liegen auch hinter Emir Omeragic ereignisreiche Monate. Nachdem er über eine lange Zeit hinweg mit Chris Aceto zusammengearbeitet und diesem auch nach Fehlschlägen die Treue gehalten hatte, entschied sich der deutsche Profi-Bodybuilder letztlich doch zu einem Coachwechsel.

Sein neuer Betreuer Patrick Tuor habe wiederum seinen Teil dazu beigetragen, dass der IFBB Pro sich doch für einen Start entschieden habe, um endlich die erste Olympia-Qualifikation in dieser Saison zu holen. War er vor gut fünf Jahren noch die große deutsche Open-Hoffnung, musste er in den vergangenen Jahren immer wieder damit leben, mit einem zweiten oder dritten Rang knapp an der begehrten Quali vorbeigeschrammt zu sein.

Beim letzten Wettkampf in Offenbach endete die Wettkampfsaison zumindest dahingehend versöhnlich, dass er bis auf Urs Kalecinski alle anderen deutschen Kontrahenten schlagen konnte. Für die Empro Classic 2026 wird der Anspruch entsprechend höher sein. Doch ob es zum Sieg reicht, ist schwer abzuschätzen, da letztlich niemand bislang einschätzen kann, wie die möglichen Verbesserungen auf der Bühne gegen die nationale und internationale Konkurrenz wirken werden.

Wen die Deutschen in der Open schlagen müssen

Neben Roman, Justin und Emir wird auch Nicolas Bernhardt erneut in der Open antreten. Dieser schlug sich bereits in Frankreich nicht schlecht, wird nach dem Gewinn der Pro Card in diesem Jahr jedoch nicht um die vorderen Plätze mitkämpfen. Dort wartet wiederum namhafte Konkurrenz. Sasan Heirati und William Bonac haben beide bereits die Olympia-Qualifikation und bildeten auch beim letzten europäischen Wettkampf in Frankreich die Top 2.

Letztgenannter befindet sich fraglos in den letzten Jahren seiner Karriere, gelangte beim Mr. Olympia 2025 aber immer noch auf Platz 9 und ließ dort unter anderem auch Behrooz Tabani hinter sich. Der Iraner erhielt erstmals ein Visum für die USA, wobei die Bewilligung so kurzfristig war, dass er in Las Vegas nicht sein Bestpaket präsentierte. In Spanien soll dies an diesem Wochenende anders verlaufen, sodass er der Mann ist, den es auf dem Papier zu schlagen gilt.

Neben diesen drei Athleten ist Edward Kargbo ein weiterer Kandidat auf eine Top-Platzierung, wenn er die Form trifft, sodass es für die deutschen Teilnehmer schwierig wird. Insbesondere für Justin Musiol und Emir Omeragic wird der Wettkampf jedoch ein Gradmesser dafür werden, wie realistisch eine Olympia-Quali in diesem Jahr tatsächlich sein wird.

Steve Benthin will Top 10 auf Empro Classic 2026 knacken

Auch die 212 wird in Spanien dicht besetzt sein. Lokalmatador Angel Calderon Frias ist auf dem Papier zweifellos der größte Name und unternahm im vergangenen Jahr noch einen Ausflug in die Open, bei dem er sich nur Sasan Heirati geschlagen geben musste. In diesem Jahr sollte die Olympia-Quali, nachdem er sich im vergangenen Jahr einer OP unterziehen musste, das erklärte Ziel sein.

Deutlich bescheidener geht Steve Benthin in den Wettkampf in Spanien. Nachdem er im vergangenen Monat noch an der Spanish Masters Pro in der Open teilgenommen hatte, ist auf der Empro Classic 2026 die Top 10 das erklärte Ziel.

Sollte dies gelingen, sollte Jury Kruber jedoch wie schon in New York vermutlich erneut vor dem früheren Olympia-Teilnehmer landen. Auch wenn in Spanien ein Sieg nicht erreichbar sein wird, darf man gespannt sein, wie der erfahrene Wettkampfathlet sich unter anderem gegen Angel Calderon Frias schlagen wird. Daumendrücken gilt zudem für Artur Polutranko. Dieser kann ebenfalls bereits auf über zehn Jahre Wettkampferfahrung zurückblicken, musste sich zuletzt aber vor zwei Jahren bei den Profis mit dem letzten Platz begnügen.

William Niewiara gibt Profi-Debüt in der Classic Physique

Als Justin Musiol 2024 in Spanien die Pro Card gewann, verpasste ein anderer Athlet diese nur knapp. William Niewiara gab 2024 sein Wettkampfcomeback, ohne große Erwartungen zu haben. Dennoch gelang es ihm in Spanien, sowohl die Novice als auch die reguläre Klasse zu gewinnen. Erst im Gesamtsiegerstechen musste der inzwischen in Polen lebende Athlet sich einem Gegner geschlagen geben.

Seitdem gab es immer mal wieder Anläufe, die jedoch immer wieder nur knapp scheiterten. Besonders die Arnold Classic Amateur 2025 wird vielen Fans in Erinnerung geblieben sein. Dort unterlag er dem heutigen Profi-Bodybuilder Sam Sulek, der später den Gesamtsieg in der Classic Physique holen sollte und dadurch in diesem Jahr an der Arnold Classic teilnehmen durfte. In mehr oder weniger dem letzten Anlauf gelang es William Niewiara nun doch, am vergangenen Wochenende die Pro Card zu holen. Auf der Empro Classic 2026 wird es nun das hart erarbeitete Debüt geben, das der Influencer humorvoll als Kampf um den letzten Platz beschrieben hat.

Luca Reger wird um ersten Saisonsieg kämpfen

Mit einer ganz anderen Erwartungshaltung wird hingegen Luca Reger an den Start gehen. Der zweifache Olympiateilnehmer trennte sich vor wenigen Wochen von seinem langjährigen Coach Roland Cziurlok. Auch für den Classic-Physique-Athleten wird der Wettkampf in Spanien der erste Start unter neuer Betreuung sein.

Weiterhin bei Stefan Kienzl ist hingegen Reiner Stimmler, der im vergangenen Jahr erstmals zum Olympia fahren durfte. In Frankreich wurde es beim Saisonstart der dritte Platz, sodass der Deutsche in jedem Fall gute Chancen auf den First Callout hat.

Luca Reger sollte hingegen ohne Zweifel um den Sieg kämpfen. Dafür gilt es vor allem, Lokalmatador Ferran Minana Ibanez zu schlagen, der in Frankreich noch erfolgreich war und auf der Empro Classic mit einem zweiten Saisonsieg die Olympia-Quali sichern will.

Sieg in der Men’s Physique wäre eine Überraschung

Obwohl es die Men’s Physique inzwischen bereits seit vielen Jahren in der IFBB gibt, konnte Deutschland bislang noch nie einen Profi hier zum Olympia schicken. Auch auf der Empro Classic wäre es überraschend, wenn es in dieser qualitativ und quantitativ dicht besetzten Klasse einen deutschen Sieg geben würde. Dennoch treten auch hier gleich drei deutsche Athleten an.

Pamuke Kisala konnte auf der Spanish Masters Pro vor wenigen Wochen den Sieg in der Over-40-Kategorie holen. Möglicherweise wird ihm dies in die Karten spielen, um eine Chance auf den First Callout zu haben. Für seine beiden deutschen Mitstreiter Christian Ani und Tobias Wissmann geht es hingegen in erster Linie darum, die eigene Bestform zu bringen.

Over-50-Athletin Tanja Schröder startet in der Women’s Physique

Tanja Schröder kommt ursprünglich aus dem Kickboxen und nahm erst mit 41 an ihrem ersten Amateur-Bodybuildingwettkampf teil. Seitdem blieb sie dem Sport inzwischen über viele Jahre treu und startete 2024 bereits in der Over-50-Kategorie. In Spanien wird sie sich der offenen Altersklasse stellen. Auch für sie geht es daher in erster Linie darum, die eigene Bestform zu erreichen.

Deutsches Duell um die Olympia-Quali in der Figure?

Dass Deutschland in der Figure-Klasse so gut aufgestellt ist wie keine zweite Nation, ist längst bekannt. Von den bislang 21 qualifizierten Athletinnen kommen sieben allein aus der deutschen Region. Am kommenden Wochenende stehen die Chancen gut, dass sich eine achte Athletin qualifizieren wird.

Vanessa Happle und Nina Paulus kamen bereits auf der FIBO Pro 2026 auf Platz 2 und 3, und insbesondere Vanessa Happle verpasste in dieser Saison mehrfach nur knapp die erste Olympia-Quali. Die Vorzeichen stehen gut, dass die beiden deutschen Figure-Athletinnen dieses Mal den Sieg unter sich ausmachen werden.

Zwei deutsche Siege auf der Empro Classic in greifbarer Nähe?

Vor allem in der Classic Physique sowie der Figure stehen die Chancen gut, dass deutsche Athleten am kommenden Wochenende den Sieg davontragen werden. Spannend wird es zudem sein, den Saisonbeginn von Emir Omeragic und Justin Musiol zu beobachten. Beide treffen auf kein leichtes Starterfeld, wobei dies gleichzeitig eine realistische Einschätzung erlauben könnte, wie wahrscheinlich eine Olympia-Quali in diesem Jahr wäre.

Während am Samstag die Amateure noch um insgesamt 10 Pro Cards kämpfen werden, treten die Profis am Sonntag schließlich gegeneinander an. Deutsche Fans können den Wettkampf über den offiziellen Livestream verfolgen.

Titelbild: Instagram

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