Die Empro Classic 2026 bot aus deutscher Sicht wechselhafte Eindrücke. Während im Open Bodybuilding erneut keine Top-3-Platzierung erreicht werden konnte, gelang es deutschen Athleten wiederum, in zwei anderen Kategorien den Sieg davonzutragen. Für die Olympia-Quali muss einer der beiden Gewinner jedoch weiterhin kämpfen.
Nina Paulus und Vanessa Happle machten das Olympia-Ticket unter sich aus
Mit deutlich über einem Dutzend Teilnehmerinnen war die Figure-Klasse auch bei der Empro 2026 qualitativ und quantitativ stark besetzt. Wie jedoch im Vorfeld zu erwarten war, kam es zum Rematch zwischen den beiden deutschen Starterinnen Nina Paulus und Vanessa Happle. Beide Athletinnen trafen bereits bei der FIBO Pro 2026 aufeinander, mussten sich dort aber der späteren Siegerin Kristian Zafirova geschlagen geben.
In Spanien rückten die beiden deutschen Profis auf, sodass klar war, dass es ein weiteres Olympia-Ticket in der Figure-Klasse geben würde. Zum Ende des Prejudgings wurden beide Frauen noch einmal in der Mitte gegeneinander verglichen, sodass nur die Frage offen blieb, wer von beiden den Sieg davontragen sollte. Bei der FIBO lag Vanessa Happle noch vorne und konnte sich im Anschluss auch in New York und Pittsburgh behaupten.

Am Ende erntete sie in Spanien den verdienten Lohn für ihre bisherige Saison. Nina Paulus fährt damit erstmals zum Olympia.
Luca Reger gewinnt Empro 2026 – aber hat noch keine Olympia-Quali
Auch in der Classic Physique war im Vorfeld klar, dass mindestens ein Deutscher um die Olympia-Quali kämpfen würde. Nachdem die IFBB für den Olympia 2026 den Qualifikationsmodus verändert hatte, müssen Classic-Physique-Athleten in der Regel zwei Wettkämpfe gewinnen, um sicher mit einer Teilnahme planen zu können. Alternativ gibt es ein Punkteranking, in dem Luca Reger bislang jedoch noch nicht viele Zähler hat. Nachdem die Platzierungen in New York und Pittsburgh nicht wie erhofft waren, begann der zweifache Olympia-Champ die Zusammenarbeit mit Neil Hill.

Die Empro 2026 war der erste Wettkampf, den beide zusammen bestritten. Von den Namen her ging der Deutsche als einer der Favoriten ins Rennen. Dieser Rolle wurde Luca Reger grundsätzlich gerecht, bekam es in der Vorwahl aber insbesondere mit dem Spanier Danis Afari Rose zu tun, der vor heimischem Publikum sein Profi-Debüt gab.

Während Luca Reger insbesondere in den Rückenposen überzeugen konnte, war seine Dominanz nicht in allen Frontposen ebenso groß. Dennoch gehörte der letzte Vergleich im Final Callout dem Deutschen. Nachdem zunächst noch der Spanier in die Mitte geholt worden war, beendete Luca Reger die Vorwahl in der Mitte. Dort fand er sich schließlich auch im Finale wieder und holte damit den ersten von zwei nötigen Saisonsiegen für die erneute Olympia-Quali. Der zweite soll in Italien folgen.
Steve Benthin und Jury Kruber verpassen den First Callout
Weniger erfolgreich verlief der Abend für die deutschen 212-Athleten an diesem Wochenende. Jury Kruber, der in New York bei seinem Profi-Debüt im Mastersalter viele überraschte und auf Platz drei kam, wurde als bester deutscher 212-Vertreter an diesem Abend im zweiten Callout aufgerufen. Für Steve Benthin und Artur Polutranko blieb nur der Kampf um die hinteren Plätze, wobei beide realistisch in diesen Wettkampf gegangen sein dürften.

An der Spitze kam es wie erwartet zum Duell zwischen den Lokalmatadoren Angel Calderon Frias und Jose Maria Mete Bueriberi. Der frühere Classic-Physique-Athlet Jose Maria Mete Bueriberi kam bei seinem Olympia-Debüt im vergangenen Jahr auf den 13. Rang. Angel Calderon Frias verpasste hingegen den vergangenen Olympia. Vor knapp einem Jahr musste er sich wegen einer gerissenen Trizepssehne operieren lassen und gab bei der Empro 2026 sein Bühnencomeback.
Knapp ein Jahr nach der ungeplanten Pause holte er in der spanischen Heimat die erneute Olympia-Quali und wird im September voraussichtlich zum siebten Mal beim Olympia um eine Top-Platzierung kämpfen. Jury Kruber kam auf den neunten Rang. Steve Benthin verpasste das selbst gesetzte Ziel der Top 10.
Deutsche Open-Bodybuilder verpassen Top 5
Spannend wurde es dann noch einmal im Open Bodybuilding. Nachdem Roman Fritz bei der France Pro seine Wettkampfsaison begonnen hatte, wollten bei der Empro 2026 Justin Musiol und Emir Omeragic nachziehen. Beide verfolgten ganz klar das Ziel, in diesem Jahr einen Wettkampf zu gewinnen und damit erstmals zum Olympia zu fahren. Die Tatsache, dass Behrooz Tabani kein Visum für Spanien erhielt, erhöhte die Chancen der deutschen Teilnehmer.

Für alle drei verlief die Vorbereitung besser als zuletzt. Während Roman Fritz dieses Mal nicht mit Verdauungsproblemen zu kämpfen hatte, wollten Justin Musiol und Emir Omeragic sich mit einem neuen Höchstgewicht auf der Bühne präsentieren. Am Ende schaffte es nur Letztgenannter in den First Callout, wobei die Judges ihn lediglich am Rand positionierten. Als zum Ende hin noch ein Dreiervergleich zwischen William Bonac, Sasan Heirati und Edward Kargbo durchgeführt wurde, war klar, dass es für die Deutschen nicht für einen der vordersten Plätze reichen würde.

Im Finale erweiterten die Judges den Vergleich dann noch einmal um Daniel Goss. Für Roman Fritz reichte es hingegen nicht für die Abendveranstaltung. Emir Omeragic wurde aus der Top 5 verdrängt. Den Sieg sollte letztlich, wie schon in Frankreich, William Bonac davontragen. Dieser wird auch in Italien wieder an den Start gehen.
Ergebnisse Empro Classic 2026
Damit ergibt sich folgende Top 10 im Open Bodybuilding:
- William Bonac
- Edward Kargbo
- Sasan Heirati
- Daniel Goss
- Lorenzo Leeuwe
- Emir Omeragic
- Dmitrij Anisimov
- Abdullah Al-Sairafi
- Justin Musiol
- Andy Scott
Titelbild: Instagram

















