Die 212-Klasse mag generell im Schatten des Open Bodybuildings stehen, hatte jedoch auch beim Olympia 2026 die Ehre, den Wettkampf zu eröffnen. Auch wenn eine Vielzahl der letztjährigen Athleten nicht in Las Vegas an den Start ging, erwartete die Fans ein spannender Wettkampf. Nachdem Keone Pearson im Vorjahr geschwächelt hatte, lag es an ihm zu beweisen, der unangefochtene Champ zu sein. Doch auch für das restliche Teilnehmerfeld ging es um mehr, als sich nur den Olympia-Judges zu zeigen.
Ist Keone Pearson tatsächlich noch der unangefochtene Champion der 212?
Genau diese Frage sollte der Olympia 2026 beantworten. Nachdem Shaun Clarida den Titelverteidiger im Vorjahr überraschend stark unter Druck gesetzt hatte, trennte sich Keone Pearson von seinem langjährigen Coach Patrick Tuor. Bei der anschließenden Prag Pro verpasste Keone Pearson zudem deutlich die Top 3. In Las Vegas musste der mehrfache Olympia-Sieger nun zeigen, wo er tatsächlich steht.
Doch Shaun Clarida war nicht der einzige Athlet, der sich Hoffnungen machen durfte. Mit Lucas Garcia und Nihat Kaya standen zwei weitere Teilnehmer auf der Bühne, die bereits 2025 den Final-Callout erreicht hatten. Dahinter war der Kampf um die Top 5 so offen wie selten zuvor: Gleich fünf Athleten aus den letztjährigen Top 10 fehlten beim Olympia 2026.
Für zusätzliche Spannung sorgten einige prominente Rückkehrer und Newcomer. Naotaka Yokokawa gab sein mit Spannung erwartetes Olympia-Debüt, während Angel Calderon nach einjähriger Pause zurückkehrte. Besonders interessant war zudem Breon Ansley: Der zweifache Classic-Physique-Champion wechselte nach zehn Olympia-Teilnahmen endgültig in die 212 und kehrte damit zu seinen sportlichen Wurzeln zurück.
First Callout: Keone Pearson brutal in Form
Nachdem die Athleten zunächst im numerischen Vergleich auf die Bühne gerufen wurden und anschließend ihre Einzelpräsentationen hatten, kam es zu den eigentlichen Callouts. Im First Callout riefen die Judges insgesamt sechs Athleten auf, wobei
- Lucas Garcia
- Keone Pearson
- Shaun Clarida
- Nihat Kaya
die Mitte bildeten.

Dass der Sieg an Keone Pearson gehen wird, stand außer Frage. Spannender wurde der Kampf dahinter. Während Shaun Clarida im vergangenen Jahr noch nah an Keone Pearson herankam, ist das Alter dem erfahrenen Olympia-Teilnehmer inzwischen insbesondere an der Beinmuskulatur anzusehen.

Deutlich besser präsentierte sich dagegen Lucas Garcia, den die Judges im Anschluss in die Mitte holten. Dort bekam er den direkten Vergleich mit Keone Pearson, wohingegen das türkische Talent Nihat Kaya nach außen rotiert wurde.
Naotaka Yokokawa im zweiten Callout, Breon im dritten
Anschließend ging es mit dem zweiten Callout weiter. Der im Vorfeld hoch gehandelte Naotaka Yokokawa wurde bei seinem Olympia-Debüt nun erstmals auf die Bühne gerufen und in der Mitte verglichen. Dort konnte sich der Asiate durchaus behaupten und sich insbesondere für die Zukunft empfehlen.
Enttäuschender lief der Abend hingegen für einige Veteranen. Sowohl Breon Ansley, der erstmals in der 212 angetreten war, als auch der frühere Top-3-Athlet Angel Calderon Frias wurden erst im dritten Callout aufgerufen.
Anschließend ließ man die Athleten um Platz 5 bis 8 kämpfen, wobei neben Nihat Kaya auch Naotaka Yokokawa aufgerufen wurde. Hier konnte der Japaner noch einmal punkten, wohingegen der türkische 212-Athlet nicht so sehr beeindrucken konnte wie in der Vergangenheit.
Final Callout: Lucas Garcia vs. Keone Pearson
Im finalen Vergleich war dann klar, dass es an diesem Abend kein Vorbeikommen an Keone Pearson geben würde. Der 212-Champ hatte die gesamte Zeit über seinen Bauch vollständig unter Kontrolle und zog fast durchgehend ein Vakuum. Am nächsten kam ihm an diesem Abend Lucas Garcia, was einer Wachablösung gleichkommen würde. Die finalen Entscheidungen wird es am Ende des ersten Wettkampftages geben.
Titelbild: Instagram



















