Bodybuilding ist ein Sport der Superlative. Fast jeder Athlet hat das Ziel, sich stetig zu verbessern, was meist gleichbedeutend mit dem Aufbau von noch mehr Muskelmasse ist. Doch jeder Körper hat bekanntlich seine eigenen Grenzen, was auch der brasilianische IFBB Pro Rafael Brandao in der Vergangenheit immer wieder zu spüren bekam. Obwohl er beim Olympia 2024 noch bis auf Platz 8 gekommen war, entschied sich der Südamerikaner nun dazu, sich aus der Open zu verabschieden. Rafael Brandao will in Zukunft in der Classic Physique antreten.
Eine Karriere mit sportlichen Höhen und gesundheitlichen Tiefen
Um den Wechsel von der Open in die Classic Physique von Rafael Brandao zu verstehen, muss man sich den Verlauf der sportlichen Karriere des Südamerikaners vor Augen führen. Nach dem Gewinn der Pro Card 2016 arbeitete sich der Brasilianer bis zum Sieg beim Romania Muscle Fest 2021 vor und gab im Folgejahr sein Debüt beim Mr. Olympia. Dort ging er mit einigen Vorschusslorbeeren an den Start.
In einer Zeit, in der im Bodybuilding allmählich ein Wandel hin zu einer ästhetischeren Linie begann, erfüllte der IFBB Pro insbesondere diese Erwartung. Entsprechend wurde Rafael Brandao bei seinem ersten Olympia-Auftritt sofort mit Platz 10 belohnt, und nicht wenige Fans erhofften sich vermutlich in den kommenden Jahren weitere Steigerungen.
Doch gesundheitliche Probleme warfen den Brasilianer 2023 zurück. Nachdem er wegen hämorrhagischen Dengue-Fiebers im Krankenhaus behandelt werden musste, verpasste er die erneute Olympia-Teilnahme.
Anschluss an die Weltspitze verloren
Es folgte ein erfolgreiches Comeback mit Platz 8 beim Olympia 2024, doch der nächste Rückschlag ließ nicht auf sich warten. Im Folgejahr kämpfte Rafael Brandao mit erheblichen Verdauungsproblemen, die dazu führten, dass er nicht nur massiv an Gewicht verlor, sondern erneut keine Wettkämpfe bestreiten konnte.
Damit verlor er ein wenig den sportlichen Anschluss an die Weltspitze. Weitere Athleten können inzwischen ebenfalls mit einer besseren Linie in der Open punkten, während Rafael Brandao gleichzeitig die notwendige Muskelmasse für die Weltspitze fehlte. Entsprechend verpasste er im Frühjahr bei mehreren Anläufen deutlich die Qualifikation für seine dritte Olympia-Teilnahme.
Hat Rafael Brandao Chancen in der Classic?
Nach der Frühjahrssaison häuften sich die Spekulationen darüber, wie der brasilianische Open-Bodybuilder auf den Saisonverlauf reagieren würde. Nachdem sich der Südamerikaner zuletzt bereits deutlich leichter in der Öffentlichkeit gezeigt hatte, wurden die Spekulationen um einen möglichen Wechsel in die Classic weiter angeheizt. Nun ist endgültig klar, dass Rafael Brandao im kommenden Jahr erstmals in dieser Kategorie antreten will.
Damit ist er keinesfalls der erste prominente Open-Bodybuilder, der diesen Schritt geht, auch wenn der Wechsel von der Classic in die Open für die meisten Fans vermutlich naheliegender ist. Doch auch Regan Grimes, Marcello De Angelis, Darrem Charles, Flex Wheeler oder Stanislas de Longeaux sind allesamt Olympia-Athleten, die nach Wettkämpfen in der Open in die Classic gewechselt sind. Wie Rafael Brandao sich dort schlagen wird, bleibt abzuwarten.
Mit einer Größe von etwa 180 cm darf er je nach offizieller Messung entweder 99,3 kg (bis 180,3 cm) oder 103 kg (über 180,3 cm) auf die Waage bringen. Bei seinem Profi-Debüt in der Open wog er vier Wochen vor dem Wettkampf gemäß belegten Quellen noch knapp 111 Kilogramm. Ob dieses Paket beim derzeitigen Leistungsniveau in der Classic Physique genügt, bleibt abzuwarten.
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