Die Pressekonferenz ist für viele Fans in jedem Jahr der Startschuss für das Olympia-Wochenende. Während das Open-Line-up präsentiert wurde, passte man das Konzept in der Vergangenheit wiederholt an und lässt längst Vertreter verschiedener Klassen auf die Bühne. Noch im vergangenen Jahr erlaubte sich Mike Sommerfeld einen großen Fauxpas und sorgte damit für Aufmerksamkeit. In diesem Jahr waren Buhrufe aus dem Publikum auf der Pressekonferenz des Olympia 2026 wohl am wenigsten erwartet worden.
Nick Walker sammelt Punkte beim Posedown
Samson Dauda oder Derek Lunsford? – Wenn es nach der Meinung der meisten Experten geht, wird letztlich ein Duell zwischen diesen beiden Athleten beim Olympia 2026 erwartet, wobei zwei andere Athleten fraglos ebenso ihren Hut in den Ring werfen wollen. Andrew Jacked schlug im vergangenen Jahr nicht nur den damals amtierenden Champ Samson Dauda, sondern konnte in diesem Jahr auch die Arnold Classic in Ohio gewinnen. Dennoch trauen die meisten Beobachter ihm maximal Platz 3 in Las Vegas zu.
Ähnlich ergeht es Nick Walker. Nachdem dieser zwei Olympias verpasst hatte, fiel er trotz selbstbewusster Ankündigungen im Vorfeld beim Olympia 2025 aus der Top 5 heraus. In Ohio musste er sich zudem noch knapp Andrew Jacked geschlagen geben, was jedoch offenbar nichts an seinem Selbstvertrauen geändert hat.
Als Bob Cicherillo im Rahmen der Pressekonferenz Samson Dauda darauf ansprach, ob dieser wie schon vor seinem ersten Olympia-Sieg einen Vorgeschmack auf seine Form bieten wolle, stimmte dieser zu. Noch schneller war allerdings Nick Walker dabei, sich vor den Fans zu präsentieren. Als dann noch Andrew Jacked mit einstieg, bot sich den Fans ein kleiner Ausblick auf das kommende Olympia-Wochenende, bei dem Nick Walker in jedem Fall Punkte sammeln konnte. Dass er seine Vergleiche im First Callout bekommen wird, dürfte außer Frage stehen.
Mike Sommerfeld hielt sich in diesem Jahr deutlich zurück
Im Vorfeld des Mr. Olympia 2025 sorgte Mike Sommerfeld für einige Unruhe. Insbesondere das Neuvermessen im Vorfeld des Einwiegens der Classic-Physique-Athleten war auf Äußerungen des Deutschen zurückzuführen, der beim offiziellen Vermessen letztlich kleiner war, als es zuvor in den offiziellen Dokumenten aufgeführt war.
Dennoch ließ der Deutsche sich im Rahmen der Pressekonferenz zu der Äußerung hinreißen, dass er im kommenden Jahr in Las Vegas wieder mit der höheren Größe und damit dem schwereren Gewichtslimit antreten werde. Dass dies nicht der Fall sein würde, war spätestens nach dem Vorfall vor der Arnold Classic 2026 klar.
Auf der diesjährigen Pressekonferenz gab Mike Sommerfeld sich nun deutlich zurückhaltender. Anspielungen auf das Drama im Vorjahr nahm der IFBB Pro gefasst auf und betonte wie schon in der Vergangenheit, die Kategorie in Zukunft gut vertreten zu wollen. Ob dies Ramon Dino in Zukunft gelingen kann, wird hingegen auch nach der Pressekonferenz erneut angezweifelt. Der Brasilianer hat inzwischen zwar einiges an Englisch gelernt, tut sich aber weiterhin schwer, den Sport international zu präsentieren, was auch auf der Pressekonferenz erneut deutlich wurde.
Buhrufe auf der Pressekonferenz
Einen kleinen Skandal gab es am Ende dann aber doch noch. In der Women’s Physique verlor Sarah Villegas im Vorjahr ihren Titel an Natalia Abraahm Coelho. Im Anschluss kritisierte die Vize-Titelträgerin in verschiedenen Social-Media-Posts, dass die amtierende Siegerin Natalia Abraahm Coelho PMMA und andere Mittel in die Muskulatur spritzen würde, um diese ohne Training größer wirken zu lassen.
Hintergrund der Rivalität ist dabei ein seit Jahren andauerndes Duell zwischen den Kontrahentinnen. Nachdem Sarah Villegas 2022 erstmals ihren Olympia-Titel an Natalia Abraahm Coelho verloren hatte, gab es bereits die ersten frostigen Kommentare in den sozialen Medien. Im Folgejahr konnte Sarah Villegas sich den Titel zurückholen und 2024 verteidigen, bevor 2025 erneut Natalia Abraahm Coelho die Nase vorn hatte.
Im Rahmen der Pressekonferenz wurde Sarah Villegas auf ihre Vorwürfe angesprochen und gefragt, ob sie diese zurücknehmen wolle. Dies verneinte die mehrfache Olympiasiegerin und betonte, für einen ehrlichen Sport antreten zu wollen. Die Reaktion hierauf waren zum Teil deutliche Buhrufe aus dem Publikum.
Titelbild: Instagram



















