Mehr als 12 Top-Athleten verpassen den Mr. Olympia 2026

Der Mr. Olympia 2026 steht vor der Tür, doch wie jedes Jahr wird es nicht so sein, dass tatsächlich die besten Athleten der Welt gegeneinander antreten. Egal ob verpasste Qualifikation, Verletzungen oder Visa-Probleme: Die Gründe, warum auch in diesem Jahr einige Top-Athleten den Olympia verpassen, sind vielseitig. Gleichzeitig beeinflussen diese Ausfälle auch die Rankings der einzelnen Klassen, wenn Top-10- oder sogar Top-5-Athleten nicht in Las Vegas antreten.

RepOne als bevorzugte Quelle bei Google festlegen.Jetzt hinzufügen

Open Bodybuilding: Hadi, Good Vito und Urs Kalecinski nicht dabei

Die wichtigste Klasse am Olympia-Wochenende muss gleich auf drei große Namen verzichten. Der größte Verlust für den Mr. Olympia 2026 ist sicherlich der Ausfall von Hadi Choopan. Der frühere Olympia-Sieger war stets ein Kandidat auf den Titel und die Tatsache, dass er nicht antreten kann, wird einen Platz in der Top 3 freimachen. Umso bedauerlicher ist der Grund fürs Fernbleiben. Der Iraner durfte nicht in Dubai einreisen, um dort sein Visum für die USA zu erneuern, sodass eine Teilnahme am Olympia 2026 nicht möglich sein wird.

Keine Visa-Probleme hatte hingegen der in Russland geborene Athlet Vitaly Ugolnikov. Der auch als Good Vito bekannte IFBB Pro lebt bereits seit einigen Jahren in Brasilien und hatte trotz seines großen Potenzials nicht immer Glück in seiner sportlichen Laufbahn. Nach dem Gewinn der Pro Card musste er sein Debüt aufgrund einer Verletzung, die er sich bei einem Gastauftritt zuzog, verschieben.

Anschließend verpasste er in seiner Premierensaison auf der Detroit Pro gegen Martin Fitzwater knapp die Olympia-Quali. Im letzten Jahr klappte es schließlich und der Ausnahmeathlet knackte bei seinem Olympia-Debüt die Top 10. Im Anschluss musste der Open Bodybuilder jedoch erneut aufgrund gesundheitlicher Probleme eine Pause einlegen und verlor zwischenzeitlich 16 Kilogramm an Muskelmasse. Inzwischen hat Good Vito sich aber wieder erholt und plant, 2027 erneut anzugreifen.

Urs Kalecinski verzichtete bewusst auf mögliche Quali für Olympia 2026

Der dritte große Name, insbesondere aus deutscher Sicht, ist fraglos Urs Kalecinski. Nachdem der mehrfache Olympia-Teilnehmer im vergangenen Jahr von der Classic ins Open gewechselt war und gleich zwei Wettkämpfe für sich entschied, beflügelte dies die Fantasie. Am Ende verpasste der IFBB Pro zwar die Top 10, zeigte sich mit seinem ersten Open-Olympia aber vollends zufrieden. Das Aufrücken in die Reihe der besten zehn Athleten war das nächste erklärte Ziel, das jedoch etwas warten muss.

Nachdem Urs Kalecinski ursprünglich Anfang des Jahres in die Vorbereitung eingestiegen war und in New York seinen Saisonstart hinlegen wollte, machten auch ihm gesundheitliche Probleme einen Strich durch die Rechnung. Am Ende entschied sich der Open Bodybuilder bewusst dafür, dem Körper die notwendige Zeit zu geben und den Fokus auf 2027 zu legen.

Urs Kalecinski ist nicht beim Olympia 2026 dabei
Urs Kalecinski ist nicht beim Olympia 2026 dabei – Bild: Instagram

Das Ziel sei es, einen ähnlichen Sprung wie von der Classic ins Open hinzulegen. Insbesondere die aus der Classic gewohnte Härte will der Deutsche auch ins Schwergewicht bringen, um so im kommenden Jahr die erneute Olympia-Quali zu holen. Den Olympia 2026 setzt Urs Kalecinski damit allerdings bewusst aus.

Visa-Probleme und gesundheitliche Herausforderungen in der 212

Auch wenn die 212-Division nicht dieselbe Aufmerksamkeit wie die offene Klasse erhält, hat sie mit Keone Pearson und Shaun Clarida zwei absolute Ausnahmeathleten. Während Letztgenannter sogar bereits mehr als einmal einen Open-Wettkampf für sich entscheiden konnte, enttäuschte Keone Pearson auf der Prag Pro 2025 einige Fans. Hieraus will der US-Amerikaner aber gelernt haben. Anders als in den letzten Jahren wird er ohne seinen bisherigen Coach Patrick Tuor beim Olympia antreten.

Dabei wird er im First Callout mindestens einem neuen Athleten gegenüberstehen. Der letztjährige Fünfte Courage Opara erlitt wenige Wochen vor dem Wettkampf in Las Vegas eine Rhabdomyolyse. Dies beschreibt den Zerfall von Muskelgewebe, was dazu führt, dass schädliche Abfallprodukte in den Blutkreislauf gelangen. Courage Opara trainierte in den vergangenen Tagen zwar bereits wieder, doch offenbar reicht es nicht mehr für die Olympia-Form, wie nur wenige Tage vor dem Wettkampf bekannt wurde.

Wei Li verpasst den Olympia 2026
Wei Li verpasst den Olympia 2026 – Bild: Instagram

Anders sieht es hingegen beim Chinesen Wei Li aus. Der Ausnahmeathlet wäre in diesem Jahr zum ersten Mal für den Olympia qualifiziert gewesen und hätte Potenzial gehabt, den Platz von Courage Opara einzunehmen. Doch Visa-Probleme führten dazu, dass der Asiate vor wenigen Wochen seine Teilnahme am Olympia 2026 absagen musste. Die erneute Olympia-Quali konnte Wei Li bereits vor wenigen Tagen gewinnen, sodass gehofft werden darf, dass es 2027 keine Visa-Probleme geben wird.

Vier Top-10-Athleten fallen in der Classic weg

Die Classic Physique dürfte auch beim Mr. Olympia 2026 wieder zu den spannendsten Klassen gehören. Nachdem Ramon Dino im vergangenen Jahr Chris Bumstead auf dem Thron beerbte, stellt sich nicht nur die Frage, ob der Brasilianer seinen Titel verteidigen kann. Auch dahinter könnte es größere Verschiebungen geben. Gleich vier Athleten, die 2025 noch in der Top 10 standen, werden in Las Vegas fehlen.

Michael Daboul und Matheus Menegate hatten sich über das Punkteranking für den Olympia qualifiziert, werden jedoch nicht antreten. Während Menegate bereits Ende Juli das vorzeitige Saisonende verkündet hatte, tauchte Daboul wenige Wochen vor dem Wettkampf nicht mehr auf der offiziellen Starterliste auf. Kurz darauf bestätigte auch der Olympia-Achte, dass er in die Offseason gehen werde.

Josema Beast will im kommenden Jahr in der Open starten
Josema Beast will im kommenden Jahr in der Open starten – Bild: Instagram

Noch größere Auswirkungen dürfte der Verzicht von Jose Manuel Muñoz haben. Der Olympia-Vierte wechselte aufgrund der Belastung durch das Gewichtslimit ins Open Bodybuilding und macht damit einen Platz im First Callout frei. Komplettiert wird das Quartett durch Justin Badurina. Der Olympia-Neunte konnte 2026 nicht genügend Punkte sammeln und verpasste damit die erneute Qualifikation.

Ebenfalls ein Verlust aus Sicht vieler deutschsprachiger Fans ist sicherlich Fabian Mayr. Der Österreicher beendete seine Wettkampfkarriere, nachdem er nach einer Elternpause im vergangenen Jahr noch einmal ein Bühnencomeback gegeben hatte.

Auch bei den Frauen gibt es Ausfälle

Doch auch in den Frauenklassen werden einige Athletinnen nicht dabei sein. Im Women’s Bodybuilding muss die Vorjahresvierte Angela Yeo aufgrund einer Armverletzung pausieren. Aciona Santos, die letztes Jahr noch Fünfte wurde, sowie Anastasia Korableva verzichten zudem auf eine Teilnahme am Olympia 2026.

In der Fitness-Klasse, die für ihre spektakulären Küren bekannt ist, wird Taylor Learmont in diesem Jahr nicht antreten. Die zierliche Kanadierin war der Konkurrenz körperlich immer unterlegen, brillierte aber in den vergangenen Jahren stets mit der beeindruckendsten Kür des Wettkampfabends. Ihr Ausfall ist ein echter Verlust für die Zuschauer.

Für deutsche Fans ist hingegen die Nichtteilnahme von Lisa Meiswinkel sicherlich die traurigste Nachricht. Während sie im letzten Jahr noch Platz 7 in der Wellness erreichen konnte, gelang ihr in diesem Jahr nicht die Qualifikation. Mit ihrem Sieg in Offenbach vor wenigen Tagen sind die Weichen für 2027 aber bereits gestellt. Ob sie dann auf die dreifache Olympia-Siegerin Francielle Mattos treffen wird, bleibt abzuwarten. Wie schon im vergangenen Jahr verzichtet die Wellness-Rekordsiegerin auf eine Teilnahme und verlängerte ihre Wettkampfpause.

Titelbild: Instagram der Athleten

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here