Wertungen bei der Arnold Classic sind anders als beim Olympia

Die Arnold Classic 2026 steht vor der Tür und auch in diesem Jahr werden einige Fans darauf spekulieren, ob es in Ohio die ein oder andere Überraschung geben wird. Der Grund hierfür ist unter anderem, dass immer wieder die Spekulation im Raum steht, dass auf dem Olympia anders gewertet würde als auf der Arnold Classic. Doch was ist an dieser Idee dran? Die beiden international erfahrenen Coaches Stefan Kienzl und Patrick Tuor sprachen hierüber.

Wesley Vissers als Paradebeispiel für unterschiedliche Wertungen?

Der Gedanke, dass auf der Arnold Classic anders gewertet werden würde als beim Mr. Olympia, wurde in der jüngeren Vergangenheit insbesondere 2024 befeuert. Damals konnte Wesley Vissers bei seinem ersten Antritt überraschend die Arnold Classic in Ohio gewinnen. Der Niederländer ließ damit nicht nur Urs Kalecinski hinter sich. Er schlug außerdem den aktuellen Olympia-Titelträger Ramon Dino, der im Vorjahr noch den Titel in Ohio geholt hatte.

Fans spekulierten daraufhin zunächst auf einen Wandel der Wertungskriterien in der Classic Physique. Man hoffte nicht länger nur auf ästhetisches Bodybuilding, sondern auf den Look der Goldenen Ära, den aktuell wohl kaum ein Profi so stark verkörpert wie Wesley Vissers. Entsprechend kündigte dieser selbst vor dem Olympia 2024 an, der neue Standard zu sein.

Diesem Anspruch wurde er letztlich nicht gerecht. Der Arnold-Sieger fiel beim Olympia 2024 auf den achten Rang zurück, was sich viele Fans unter anderem so erklärten, dass bei den Arnolds letztlich andere Regeln gelten würden. Doch was ist dran an diesem Gedanken?

Deshalb wird auf der Arnold Classic anders gewertet als beim Olympia

Streng genommen gilt in Ohio dasselbe Regelwerk wie beim Mr. Olympia. Der namensgebende Arnold Schwarzenegger mag mit seiner Anwesenheit für eine gewisse Aura sorgen. Die Wertungen erfolgen jedoch durch das Kampfgericht, das in der Vergangenheit vom Olympia-Headjudge Steve Weinberger geleitet wurde. Warum haben Fans dennoch – unabhängig vom angeführten Beispiel – das Gefühl, dass anders gewertet wird?

Eine Antwort hierauf bieten Stefan Kienzl und Patrick Tuor. Die beiden Vorbereiter arbeiten seit vielen Jahren mit unzähligen international erfolgreichen IFBB-Pros zusammen und haben als Coaches viel Erfahrung auf beiden Wettkämpfen gesammelt. Ihrer Ansicht nach ist die Wertung tatsächlich unterschiedlich, doch der Grund ist ein anderer, als die Fans möglicherweise vermuten.

Das kleinere Line-up auf der Arnold Classic hat den Vorteil, dass die Judges mehr Zeit haben, die Athleten zu betrachten. Auch weniger bekannte Starter erhalten die gleiche Aufmerksamkeit und bekommen so die größere Chance, mit einer guten Tagesform hervorzustechen. Insbesondere in der Classic Physique, in der zuletzt Dutzende Athleten beim Olympia antraten, haben Teilnehmer auf der Arnold Classic eine größere Wahrscheinlichkeit aufzufallen. Die Judges würden auch in Las Vegas ihren Job machen. Doch der Zeitdruck ist deutlich geringer, wodurch sich neue Chancen ergeben.

Titelbild: YouTube

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