Die China Pro 2026 sollte für den deutschen Open-Bodybuilder Dennis Reinhold die Rückkehr auf die Bühne darstellen. Nachdem er das Wettkampfbodybuilding zeitweise bereits hinter sich gelassen hatte, war unter anderem Urs Kalecinski dafür verantwortlich, dass der Anfang-30-Jährige noch einmal angriff. In China sollte er unter anderem auf Behrooz Tabani treffen, der zuvor dreimal kein Visum für die europäischen Wettkämpfe erhalten hatte.
Dennis Reinhold kehrt nach zweijähriger Pause auf die Bühne zurück
Fünf Jahre ist es her, dass Dennis Reinhold bei der Olympia Amateur 2021 den Sieg im Superschwergewicht holte und sich nach dem zweiten Platz im Gesamtsiegerstechen die Pro Card sicherte. Doch was für die einen erst den Anfang der eigenen sportlichen Karriere darstellt, war für Dennis Reinhold keinesfalls nur eine Zwischenetappe.
Der fast 1,80 Meter große Schwergewichtsbodybuilder kämpfte in seiner sportlichen Karriere mit vielen Verletzungen. Insbesondere Beine und Schultern verlangten dem IFBB Pro immer wieder ab, sein Training an die eigenen Bedürfnisse anzupassen und einen Spagat zwischen schwerem Training und Rücksichtnahme auf den Körper zu bewältigen. Dennoch waren die Ziele hoch gesteckt. Gemeinsam mit seinem damaligen Coach Dennis Wolf träumte der Schwabe davon, es bis auf die Olympia-Bühne zu schaffen.
Das Profidebüt bei der Italy Pro 2023 machte dann jedoch deutlich, dass es dem ästhetischen Athleten im Vergleich zur etablierten Konkurrenz letztlich an Muskelmasse fehlte. In der Folgesaison knackte Dennis Reinhold bei der Legion Pro die Top 5, doch zunächst folgten keine weiteren Wettkämpfe. Der IFBB Pro kehrte dem Wettkampfsport phasenweise vollständig den Rücken zu. Wäre Urs Kalecinski nicht wieder in den Süden Deutschlands gezogen, wären die beiden IFBB Pros vermutlich nie regelmäßige Trainingspartner geworden und Dennis Reinhold vielleicht nie wieder auf die Bühne zurückgekehrt.
Behrooz Tabani erhielt Visum für die China Pro 2026
Doch bekanntlich nahm die Geschichte einen anderen Verlauf, und nach zwei Jahren Pause wollte Dennis Reinhold noch einmal Spaß auf der Bodybuildingbühne haben. Nachdem es Überlegungen gegeben hatte, bereits an einem der europäischen Wettkämpfe teilzunehmen, fiel die Entscheidung für das Saisondebüt letztlich auf die China Pro 2026. Bereits im Vorfeld kündigte sich hierfür unter anderem auch der Iraner Behrooz Tabani an, der dreimal in Folge kein erforderliches Visum für einen europäischen Wettkampf erhalten hatte.
Auch sein Start in Chengdu war lange Zeit nicht sicher. Als die Starterliste eine Woche vor dem Wettkampf von der IFBB veröffentlicht wurde, stand der Ausnahmeathlet zwar – wie schon bei den europäischen Wettkämpfen – zunächst auf der Liste, doch das Visum hatte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Einige deutsche Fans erhofften sich daher einen Zweikampf zwischen Dennis Reinhold und James Hollingshead, der in Portugal nur knapp die Olympia-Qualifikation verpasst hatte. Der Deutsche hatte hierzu hingegen eine gänzlich andere Perspektive.
Obwohl die Abwesenheit von Behrooz Tabani vermeintlich ein Vorteil gewesen wäre, betonte Dennis Reinhold im Vorfeld mehrfach, dass er sich die Teilnahme des Iraners wünsche. Dieser sei für ihn einer der besten Open-Bodybuilder, die es derzeit gebe, sodass der Deutsche sich einen direkten Vergleich auf der Bühne wünschte. Wenige Tage vor der China Pro 2026 war dann klar, dass die Chancen darauf in jedem Fall bestanden: Behrooz Tabani erhielt sein Visum für die Reise nach China.
Spektakuläre Bühne in China
Während das Posedown bei einem Wettkampf normalerweise das große Finale darstellt, bekamen die Bodybuildingfans bei der China Pro gleich zu Beginn einen Vorgeschmack darauf. Die Athleten wurden zunächst auf einer Drehscheibe auf der Bühne präsentiert, bevor sie gemeinsam vor das Publikum traten und einen ersten Vorgeschmack boten. Erst danach starteten die Judges mit den nummerischen Callouts, um die Athleten für den First Callout auszuwählen.

Neben den beiden im Vorfeld favorisierten Behrooz Tabani und James Hollingshead riefen die Judges unter anderem Morteza Mashayekhkordkola sowie Lokalmatador Wei Li auf. Letzterer konnte sich bereits für den Olympia 2026 in der 212-Kategorie qualifizieren und nutzte die Chance, sich vor heimischem Publikum ohne Gewichtsbeschränkung zu präsentieren.

Während weitere Athleten den ersten Callout vervollständigten, wurden im Final Callout nur noch diese vier Athleten aufgerufen, sodass man sich bereits ein Bild davon machen konnte, wie die Chancen der einzelnen Teilnehmer standen.
Behrooz Tabani holt Olympia-Ticket
Für Dennis Reinhold, dem viele Fans die Daumen gedrückt hatten, reichte es hingegen nur für den dritten Callout. Im Vergleich mit der internationalen Konkurrenz war der Deutsche schlichtweg zu schlank. Zudem stellten die Beine insbesondere in der Rückenansicht eine zu große Schwäche dar.
Dennoch konnte sich der Deutsche im Finale zumindest in den zweiten Callout vorarbeiten, in dem die Judges ihn aber nach außen links stellten. Die finalen Ergebnisslisten sind noch nicht veröffentlicht. Die Top 10 müsste damit aber verfehlt worden sein. Wie die weiteren Wettkampfpläne aussehen, ist derzeit noch nicht klar.

Das große Finale gehörte dann Behrooz Tabani und James Hollingshead. Beide wurden noch einmal für einen Top-2-Vergleich auf die Bühne gerufen, wobei der Brite dem im Vorfeld favorisierten Iraner nichts schenkte.

Mit der Verkündung der Ergebnisse der China Pro 2026 stand dann fest, dass Behrooz Tabani erneut die Olympia-Qualifikation holte. Auch wenn der Abstand zu James Hollingshead geringer war, als man es im Vorfeld vielleicht vermutet hätte, sicherte sich der Iraner den erwarteten Sieg. Ob die Zeit ausreicht, um das US-Visum für den Olympia zu erhalten, bleibt abzuwarten. Zuletzt hieß es immer wieder, dass Portugal die letzte Möglichkeit gewesen wäre, um mit Sicherheit im September in die USA einreisen zu können.
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