Die Fit-Model-Klasse feierte beim diesjährigen Olympia in Las Vegas ihre Premiere. Nachdem die IFBB die Einführung der Klasse bereits Ende 2024 bekanntgegeben hatte, wurden zunächst 2025 Pro Cards in der neuen Division vergeben, bevor ab diesem Jahr auch Profi-Wettkämpfe veranstaltet wurden. Insgesamt 18 Athletinnen gingen beim Olympia-Debüt der Klasse an den Start. Am Ende sollte Shealynn Burnett Geschichte schreiben und die erste Olympia-Siegerin der Fit-Model-Kategorie werden.
Fit-Model soll die Frauenklassen zurück zu ihren Wurzeln bringen
Bodybuilding ist ein Sport der Superlative und entsprechend ist es wenig verwunderlich, dass Athletinnen und Athleten stets danach streben, sich nicht nur selbst Jahr für Jahr zu verbessern, sondern auch die Grenzen ihrer eigenen Division auszureizen. Besonders anschaulich ist dies am Women’s Bodybuilding zu erkennen, dessen Athletinnen der heutigen Zeit auf einem gänzlich anderen Leistungsniveau sind als beispielsweise Anja Langer in den 1980ern.
Generell lässt sich hierauf auf zwei Arten reagieren: mit der Reglementierung der bisherigen Klassen, wie beispielsweise der Einführung des Gewichtslimits in der Men’s Physique oder der Reformierung der Wertung in der Figure-Klasse, oder mit der Schaffung von neuen Klassen. Letzteren Weg wählte die IFBB im Zusammenhang mit der Bikini-Klasse, deren Leistungsniveau wie auch in anderen Kategorien über die Jahre immer dichter und höher wurde.
Die seit 2025 offiziell angebotene Fit-Model-Klasse hatte das Ziel, einen Look zu fördern, wie ihn Ashley Kaltwasser bei ihrem Olympiasieg 2015 hatte. Dieses Idealbild war es zumindest, das Tyler Manion im Dezember 2024 benannte, als die neue Klasse überraschend angekündigt wurde.
Fit-Model ist nicht zwangsläufig Bikini 2.0
Dass die IFBB es ernst meinte mit der Einführung der neuen Kategorie und die neuen Kriterien streng umsetzen würde, bekamen einige Athletinnen schließlich in diesem Jahr zu spüren. Nicht wenige Bikini-Pros versuchten sich in der neu eingeführten Fit-Model-Kategorie. Das prominenteste Beispiel dürfte sicherlich Janet Layug sein, die ihr Glück versuchte.
Die Bikini-Olympiasiegerin von 2020 kehrte überraschend nach langer Wettkampfpause im Februar 2026 auf die Bühne zurück und nahm am ersten Fit-Model-Profiwettkampf teil. Entgegen der Spekulationen im Vorfeld, die der früheren Olympia-Teilnehmerin mindestens Siegchancen ausrechneten, wurde diese in einem Feld von fast 50 Athletinnen am Ende nur 14. und kehrte danach auch nicht mehr auf die Wettkampfbühne zurück.
Trotz langjähriger Wettkampfpause war die mehrfache Mutter immer noch zu muskulös im Vergleich zum restlichen Teilnehmerfeld, was konsequent zu Abwertungen führte. Letztlich sollte es nur eine Athletin geben, die als Bikini-Athletin bereits bei den Profis auf der Bühne stand und in diesem Jahr die Olympia-Quali in der Fit-Model-Kategorie holte: Julia Heinio aus Finnland. Alle anderen 17 Starterinnen waren gänzlich neu im Profigeschäft.
Shealynn Burnett gewinnt ersten Fit-Model-Olympia-Titel
Am Ende sollte es Shealynn Burnett werden, die Geschichte schrieb. Die US-Amerikanerin gewann ihre Pro Card 2025 noch in der Bikini-Klasse, startete dann im April 2025 ihre Profikarriere in der Fit-Model-Division zunächst mit lediglich dem sechsten Platz beim Debüt.

Es folgten jedoch nicht nur die Olympia-Quali zwei Wochen später in Kalifornien, sondern insbesondere Mitte Mai der Titelgewinn auf der prestigeträchtigen Pittsburgh Pro.

Am Ende verkörperte sie auf dem Olympia 2026 am besten den bereits oben angesprochenen Look.
Ergebnisse Fit Model Olympia 2026
Damit ergab sich folgende Top 5:
- Shealynn Burnett
- Gabriela Queiroz
- Jane Jones
- Liz Trampas
- Misty Yang
Titelbild: Instagram



















