Bodybuilding ist ein Sport, bei dem Athletinnen und Athleten nicht nur die Grenzen des eigenen Körpers, sondern auch die der offiziellen Kategorien immer wieder austesten. So reagierte die IFBB insbesondere in den Frauenklassen darauf, indem dem Frauen-Bodybuilding immer mehr Kategorien hinzugefügt wurden, in denen weniger Muskelmasse verlangt wurde. Zuletzt wurde die Fit-Model-Kategorie zur neuen Einsteigerklasse für weibliche Athleten. Für die Figure-Klasse kündigte die IFBB nun andere Maßnahmen an und warnt vor möglichen Sanktionen bei der Bewertung der Starterinnen.
Figure-Klasse als Bindeglied im Frauenbodybuilding
Die Figure-Klasse in der IFBB hat eine besondere Schlüsselposition. Während in der Fit-Model-, Bikini- und Wellness-Klasse deutlich weniger Muskulatur und spezielle Posen abgerufen werden, ist die Figure-Klasse die erste Kategorie, in der ein klassisches Line-up erfolgt. Seit über 20 Jahren können Athletinnen sich inzwischen in dieser Kategorie messen, deren Leistungsniveau sich in den vergangenen Jahren nach und nach durchaus verschoben hat.
Eine Reaktion hierauf war die Einführung der Women’s Physique, die eine Stufe zwischen dem Frauen-Bodybuilding und der Figure-Klasse bilden sollte. Neben weiteren Posen sind in der Women’s Physique auch mehr Muskulatur und eine deutlichere Definition gefragt. Zuletzt kam jedoch wiederholt Kritik auf, dass die Teilnehmerinnen in der Figure-Klasse sich zu sehr der Women’s Physique angenähert hätten. Nun kündigte die IFBB eine Reaktion hierauf an.
Tyler Manion kündigte Sanktionen in der Figure-Klasse an
Tyler Manion, Vizepräsident der IFBB und selbst Wettkampfrichter, wandte sich in einer Videobotschaft an Figure-Athletinnen, in der er erklärte, dass die Veränderungen des Leistungsniveaus nicht unbeachtet geblieben seien. Weiterhin wolle man den Standard in der Figure-Klasse erhalten bzw. wieder zurückfahren.
So erklärte Tyler Manion, dass die letztjährige Olympia-Siegerin Rhea Gayle derzeit das richtige Maß an Muskelmasse und Conditioning aufweise. Sollte die Britin das gleiche Paket nochmals bringen, müssten Athletinnen, die muskulöser oder härter antreten, damit rechnen, stärker abgewertet zu werden, als dies bisher der Fall war. Wenn beides gleichzeitig auftritt, würde die Abwertung noch deutlicher erfolgen.
Beim Olympia 2026 wird es zur Vermessung der Athletinnen kommen
Doch mit der subjektiven Bewertung wird nicht Schluss sein. Tyler Manion kündigte weiterhin an, dass es beim Olympia 2026 erstmals zu einer Vermessung und einem Wiegen der Figure-Athletinnen kommen wird. Dies diene zunächst nur der Datenerhebung.
Im Anschluss wolle man entscheiden, ob es in der Figure-Klasse ähnlich wie in Classic Physique und Men’s Physique zukünftig ein Gewichtslimit geben werde. Die Figure-Klasse wäre die erste Frauenkategorie, die dies beträfe. Ziel sei es insgesamt, die Figure-Klasse ein wenig zurückzufahren.
Insbesondere deutsche Fans dürften somit mit Spannung auf den anstehenden Olympia blicken. Von den etwas über 30 qualifizierten Profis sind allein acht Figure-Athletinnen aus Deutschland ,darunter Denise Zwinger-Tynek als eine der derzeit besten deutschen Bodybuilderinnen.
Titelbild: Instagram


















