Urs Kalecinski: Suizidgedanken vor dem Olympia 2024

Urs Kalecinski spricht über Suizidgedanken

Dass Leistungssport stets mit einer gewissen Form von Druck verbunden ist, steht außer Frage. Dennoch können sich viele Fans vermutlich nur selten vorstellen, wie es den Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, manchmal innerlich geht. Nun sprach Urs Kalecinski mit dem Spiegel-Magazin über Suizidgedanken, die ihn im Rahmen seiner letzten Vorbereitung in der Classic Physique umtrieben.

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Das Gewichtslimit war eine schwerere Last als jedes Trainingsgewicht

Das Gewichtslimit in der Classic Physique bringt insbesondere die Profis beim Olympia immer wieder ans Limit. Dabei ist es nicht nur ein körperlicher Kampf gegen die Waage, sondern auch ein mentaler Kampf mit dem Druck, pünktlich zur Abwaage das Limit erreicht zu haben. Immer wieder gibt es Athleten, die es erst in letzter Minute oder sogar gar nicht schaffen, die Regularien zu erfüllen, und auch Urs Kalecinski musste sich hiermit auseinandersetzen.

Der heutige Open-Bodybuilder war in der Offseason immer wieder deutlich über seinem Gewichtslimit, ohne dass die Form dabei allzu schlecht gewesen wäre. Während dies auf der einen Seite öffentlich immer mal wieder für Kritik sorgte, gab sich der IFBB Pro nach außen entspannt. Er und sein Coach hätten stets die Kontrolle über die Diät. Innerlich sah es hingegen wohl ganz anders aus.

Vor dem Mr. Olympia 2024 überraschte Urs Kalecinski mit einem völlig neuen Look. Offiziell hieß es zunächst, dass er sich gedacht habe, Olympia-Erinnerungen auf diese Art besser sortieren zu können. Später räumte er jedoch ein, sich wegen des Drucks psychologische Hilfe geholt zu haben, die ihm unter anderem zu diesem Stilwechsel geraten habe. Nun gab Urs Kalecinski noch tiefere Einblicke in diese Zeit.

Urs Kalecinski verlor die Lust am Bodybuilding … und mehr

Als Urs Kalecinski vor einem Jahr seinen Wechsel von der Classic Physique ins Open Bodybuilding bekannt gab, erklärte er unter anderem, die Lust am Bodybuilding fast verloren zu haben. Doch offenbar war der mentale Druck noch größer, als der IFBB Pro es damals einräumte.

Im Interview mit dem Spiegel erklärte Urs Kalecinski, mit Suizidgedanken gekämpft zu haben. So habe er eine Liste geführt, auf der er Pro und Contra aufführte, ob er weiter am Leben bleiben wolle. An einem besonders dunklen Tag stand er sogar bereits auf dem Balkon seiner Berliner Wohnung.

Der Profi-Bodybuilder traf jedoch die richtige Entscheidung. Er holte sich nicht nur psychologische Hilfe, sondern wechselte damals mit dem Umzug in die Nähe seiner Familie auch das Umfeld. Spätestens mit dem Wechsel ins Open Bodybuilding ist die Last des Gewichtslimits nun endgültig bewältigt, auch wenn der derzeit erfolgreichste Open-Bodybuilder Deutschlands fraglos weiterhin tagtäglich Herausforderungen zu bewältigen hat, die Außenstehende vielleicht nicht immer nachvollziehen können.

Wer selber Hilfe benötigt, hat die Möglichkeit bei der Telefonseelsorge 24 Stunden täglich unter der 0800-1110111 mit einem Menschen vertrauensvoll zu reden.
Titelbild: Instagram

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