Das würde Ronny Rockel heute anders machen

Das würde Ronny Rockel heute anders machen

Ronny Rockel zählt fraglos zu den besten deutschen Bodybuildern aller Zeiten. Auch wenn der frühere Wettkampfathlet es beim Olympia oder der Arnold Classic nicht ganz so weit nach vorne schaffte wie ein Dennis Wolf und andere deutsche Athleten seiner Zeit, nahm der heute 54-Jährige an unzähligen Profi-Wettkämpfen teil. Dennoch hätte Ronny Rockel einiges anders gemacht, wie er rückblickend erklärt.

Bodybuilding war nicht sein Lebensfokus

Um zu verstehen, warum der frühere IFBB Pro sein damaliges Handeln heutzutage anders bewertet, muss man sich insbesondere der damaligen Zeit bewusst werden. Ronny Rockel lebte in Zwickau und der Gedanke daran, dass man vom Bodybuilding leben könnte, war damals unvorstellbar. Während es heutzutage möglich ist, auch ohne Wettkampfambitionen mit dem Sport Geld zu verdienen, bekam Ronny Rockel seinen ersten Sponsorenvertrag erst nach dem Erhalt der Pro Card.

Entsprechend locker ging der mehrfache Olympia-Teilnehmer in seiner Amateurzeit mit dem Sport um. Während er sich rückblickend im Training nichts vorwerfen würde, war die Ernährung alles andere als strukturiert. So beachtete er beispielsweise kaum, wie viel Eiweiß er tatsächlich täglich zu sich nahm, was er heute gewissenhafter angehen würde.

Aber auch das Thema Frauen sorgte zu Amateurzeiten für einige Ablenkungen, denen er heute aus dem Weg gehen würde. Bevor er Profi war, verbrachte Ronny Rockel seine Wochenenden wie andere junge Menschen gerne in der Diskothek, was seiner Bodybuildingkarriere keinen Abbruch tat, rückblickend aber auch nicht förderlich war.

Zusammenarbeit mit Coach begann aus heutiger Sicht zu spät

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Zusammenarbeit mit einem Coach. Als Amateur hatte Ronny Rockel alles alleine umgesetzt, was dazu führte, dass er seine eigenen Schwachstellen aus dem Blick verlor. Insbesondere der Rücken wurde so zu einer Baustelle, die er als Profi mühsam ausgleichen musste.

Nach der Zusammenarbeit mit Manuel Bauer sei ihm dies tatsächlich nachhaltig gelungen. Sportlich wirkte sich dies mit dem Sprung vom 14. Platz beim Mr. Olympia 2008 auf den siebten Platz beim Olympia 2009 aus.

Er selbst würde hingegen keine Wettkampfathleten mehr betreuen wollen. Aus Sicht von Ronny Rockel stehe der Aufwand häufig in keinem sinnvollen Verhältnis. Neben dem zeitlichen Aufwand wäre ein weiteres Problem, dass selbst hoch veranlagte Athleten seiner Erfahrung nach oftmals Probleme hätten, richtig zu trainieren. Hinzu kämen häufige Coach-Wechsel, die sich bei Wettkampfathleten etabliert hätten und eine sinnvolle Zusammenarbeit erschweren würden.

Titelbild: YouTube

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